Der Traumprinz

Mein Kopf sprach: „Schätzchen, sei nicht doof!
Der Typ macht dir schon lang’ den Hof.
Er ist der Prinz, den du bestellt,
ist supernett und hat viel Geld.

Ein Gentleman bis ins Detail,
ist schön und klug, bereit und frei.
Von ihm hast du schon lang geträumt,
so manchen tollen Kerl versäumt.“

So setzte ich die Brille auf,
mit rosa Glitzergläsern drauf.
Hab jedes Date mit ihm geprobt,
mich vorher noch mit Sekt gedopt.

Bin beim Psychiater auch gewesen.
Erstand ein Mittel vom Chinesen.
Schlief mit nem T-Shirt, das getragen
von ihm an ach so vielen Tagen.

Nahm mir ein Bild von seinem Kopf,
hab ihn auf Clooneys Hals gepfropft.
Fuhr immer wieder Achterbahn,
auch das hat mir nicht gut getan.

War in Venedig und Paris,
bis mich dann doch der Mut verließ.
Der Kopf, das ist die eine Sache,
doch ’s Herz führt eine andere Sprache.

Ich hatte es ganz doll versucht!
Mich selber insgeheim verflucht.
Doch bubberte mein Herz nicht laut,
wenn ich in seine Augen schaut’.

Ich fürchte mal das dumme Ding,
es peilte nicht worum es ging.
Es hatte nicht von ihm geträumt,
d’rum hab ich diese Chance versäumt.

... und das war auch gut so!


Abschied

Ach, hätte ich es nie gedacht!
Ich hab so vieles falsch gemacht.
Geglaubt ich brauche dich nicht mehr
doch diese Trennung ist so schwer.

Wie oft wünscht‘ ich dich ganz weit weg,
und meinte es hat keinen Zweck,
dass wir ein Miteinander pflegen,
ein ‚ohne dich‘ erschien als Segen.

Es waren all die kleinen Sachen,
die mich so ungeduldig machen:
Der Wasserhahn nicht zugedreht,
Toilettendeckel offen steht.

Die Socken lagen oft im Eck,
dein Zimmer roch, war voller Dreck.
Du gingst und kamst, gabst nicht Bescheid!
Wie war ich diesen Rummel leid!

Nun bist du weg, ich kann’s nicht fassen!
Doch statt erleichtert loszulassen
,lauf ich wie blöde hin und her,
versteh‘ die Welt und mich nicht mehr!

Dein Chaos fehlt, dein nettes Lachen,
was soll ich bloß ohne dich machen?
Und plötzlich ist mir völlig klar,
dass ich bislang im Irrtum war!

Wer tröstet mich in meinem Kummer?
Verlegen wähl ich deine Nummer
und frag’: „Mein Sohn, wie geht es Dir?
Brauchst du vielleicht etwas von mir?

Wenn ich was für dich tuen kann...“
Du grinst, das merke ich dir an.
„Nö, Mama, ich komm schon zurecht,
alleine leben ist nicht schlecht!

Hab grad‘ die Wohnung aufgeräumt.
Ich hätte es mir nie erträumt,
dass so was Spaß macht, glaube mir,
doch nun erlaub ich mir ein Bier!“

Jetzt muss ich lachen: „Na, dann prost!
Dass du gut klarkommst ist ein Trost!“
Und plötzlich wird mir leicht ums Herz,
vorbei ist all der Trennungsschmerz.

Mach’s gut, mein Kind, ich lass dich gehen.
Du sollst auf eig'nen Beinen stehen.
Doch wenn du einmal Hilfe brauchst
dann komm zurück ins Elternhaus!


Wunschgedicht

Wenn ich mir was wünschen könnt‘,
wär‘ meine Liste lang:
Ein Esel, der im Garten wohnt,
ein Huhn, das auf der Stange thront,
ein Kakadu im Schrank.

Wenn ich mir was wünschen sollt‘,
dann sicher was mit Stil:
Ein Fabergé Ei ganz aus Gold,ne
Kreuzfahrt auf dem Nil.
Von Lagerfeld ein tolles Kleid
mit dem besonderen Pfiff.
Dann wäre ich die schönste Maid,
hätt‘ niemals Kummer oder Leid,
die Männerwelt im Griff.

Wenn ich mir was wünschen wollt‘,
so hätt‘ ich einen Plan.
Ich wünschte mir den Liebsten her,
verpackt in Cellophan.
Ich packte ihn behutsam aus,
sehr sanft und ohne Hast.
Wär‘ er aus der Verpackung raus,
so hielt ich einen Augenschmaus,
dann wäre er mein Dauergast.

Doch brauche ich keine Haute Couture
und keinen schicken Fummel.
Was nutzt mir alles Gold der Welt,
Bill Gates mit seinem vielen Geld
und seinem Windwows Rummel?

Ich wünsche mir, was jeder kann:
Ein Lächeln bringt mir Glück!
Ein kleines nur, so dann und wann
ich gäb‘s bestimmt zurück.


Du nervst, mein Schatz

Ich halt‘s nicht aus wenn du mir zeigst,
dass du alles besser weißt.
Ich könnte schreien bei dem Satz:
„Wir sind spät dran, beeil dich, Schatz!“

Mich stört es tierisch, wie du guckst
wenn du nach deinem Handy suchst.
Ich bin im höchsten Mass gestresst,
wenn du Klamotten liegen lässt.

Ich hass es, wenn im Flur von Schnee
ich deine Fußabdrücke sehe.
Es nervt, wenn du am Morgen schon
rumfummelst mit dem Telefon.

Doch was mich richtig fertig macht,
ist wenn ich auch nur eine Nacht
allein und einsam schlafen muss.
Ganz ohne dich und Einschlafkuss.

Das wirft mich völlig aus der Bahn.
Drum lass ihn liegen, deinen Kram.
Such weiter nach dem Telefon,
dem Handy, auch am Morgen schon.

Taps ruhig mit nassen Schuhen rum.
So wirklich nehm' ich dir‘s nicht krumm.
Und wenn ich meckere - grins ruhig weiter.
Du bist und bleibst mein Spitzenreiter.


Rentnerblues

Wenn ich mich bücke tut es weh,
vom Nacken bis zum kleine Zeh.
Kann heute nicht einmal zum Sport,
für meine Knochen ist das Mord.

Habe auch ein neues Krankenbett
und Essen gibt’s nur ohne Fett.
Weil - immer in den letzten Tagen,
da grummelt es in meinem Magen.

Laktose, ach du liebe Zeit
ist Gift laut letztem Arztbescheid.
Auch hab’ ich einen Nierenstein,
es sind gar zwei, fällt mir grad’ ein.

Mit meiner Haut stimmt etwas nicht.
Hab einen Flecken im Gesicht.
Ich weiß, das kann nur eines sein,
die Krankheit fällt mir grad nicht ein.

Ja, ja, das ist Vergesslichkeit,
zudem hab’ ich auch niemals Zeit.
Doch jetzt setz ich mich erst mal hin,
weil ich die Allerkränkste bin.

Bin nicht mehr lange auf der Erde,
weiß schon, was ich jetzt tuen werde:
Zur Unterstützung meiner Thesen
werd’ ich die Rentnerbravo lesen.


Bin nicht mehr jung

Bin nicht mehr jung und noch nicht alt.
Das Herz, es ist noch lang‘ nicht kalt.
Und fröstelt es mich dann und wann,
so brauch‘ ich immer noch nen Mann.
Der mich erwärmt, zum Glühen bringt,
sodass die Welt um uns versinkt.

Bin nicht mehr jung und doch nicht alt,
ich flirte mild, nicht mit Gewalt.
Denn Frau lernt Spreu vom Weizen trennen,
kann ihre Vorlieben benennen.
Weiß was sie will und lieber lässt,
verzichtet auf so manchen Test.

Bin nicht mehr jung und doch nicht alt,
fühl‘ mich noch immer wohlgestalt.
Bei schummerig gedämmtem Licht,
sieht man die meisten Fältchen nicht.
Und die sind sowieso vom Lachen
und von so vielem Unsinn machen.

Beweg‘ mich irgendwie dazwischen
die Grenzen scheinen zu verwischen.
Bin gerade auf der halben Strecke
von Teddybär und Rheumadecke.
Der erste Kuss ist grad‘ vorbei,
schon brauch ich Blutdruckarzenei.

Doch möcht‘ ich gar nicht jünger sein
und plagt mich mal das Zipperlein,
so denk‘ ich dran, wie ich gelitten,
als mir der erste Freund entglitten.
Gelassenheit und Sicherheit,
die lernt man halt erst mit der Zeit...


Einkaufszettel für meinen Liebsten

Schau, Stellagen gleich vor dir
,Obst/Gemüse gibt es hier.
Eine Gurke und Tomaten,
du findest sie bei den Salaten.

Dann noch Äpfel und Bananen,
doch hier muss ich dich echt warnen:
Bitte Äpfel ohne Dellen,
Bananen ohne braune Stellen
.
Heut’ keine zehn Pakete Brot,
auch nicht aus dem Angebot!
Quark nur aus dem Kühlregal,
suche nicht, frag’s Personal.

Verpackter Käse, dünn geschnitten,
Haltbarkeit nicht überschritten!
Jetzt kommt die Theke mit dem Fisch,
nimm’ Tagesangebot, wenn frisch.

Falls du dir nicht sicher bist
(ich weiß, du bist ein Perfektionist),
wählst du Rindersteaks zum Grillen,
das überlass’ ich deinem Willen!

Ich weiß, jetzt wird es ziemlich arg,
mein Schatz geh weiter, sei ganz stark.
Lauf einfach schnell am Bier vorbei,
schau gar nicht hin und zähl bis drei.

Auch ein Körnchen tut nicht Not,
heut’ herrscht Alkoholverbot.
Jetzt noch zur Kasse, das ist leicht,
dann hast du fast das Ziel erreicht.

Dein Stammlokal lässt du links liegen,
sonst wirst du nichts zu Essen kriegen ...


Vergleichsweise

Ich sah dich heute in der Bahn
und wäre fast nicht mitgefahren.
Weil - deine Art ist mir vertraut,
was mir den ganzen Tag ver(dirbt).

Erwog das iPod einzuschalten,
doch hast du deinen Mund gehalten.
Die Stimme wollt’ ich gar nicht hören,
sie würde mich total verstören.

Bestimmt knarzt sie ganz krass und laut,
so dass es mich vom Hocker haut,
ich sofort hyperventiliere
und meine Contenance verliere.

Als Folge sagst du doofe Sachen,
die mich erst richtig wütend machen,
dass ich dein Segelohr ergreife,
und dich dort ziemlich hefig kneife.

Vielleicht sollt ich es jetzt ertragen,
mich zu dir setzen und dir sagen:
Wie du hier sitzt siehst du so aus,
wie einst mein Ex - oh, welch ein Graus!

Dein krummer Rücken, blasse Haut,
ist wie bei ihm und mir vertraut.
Die Haare blond, die Nase lang,
die Augen stechend, Schleichergang.

Doch halt, da fällt mir etwas ein!
ich trete dir vors Schien(en*)bein.
Dann steige ich schnell aus und Schluss
-Ach ja - in Zukunft fahre ich Bus!

* ich weiß - das ‚Schienenbein’ gibt es nicht, reimt sich aber so schön!


Eins auf die Nase

Das Leben, schau ich heut’ zurück,
es war wie ein Theaterstück.
Zuweilen schnulzte es durchaus,
und manches Mal gab es Applaus.
Doch lief es raus, aufs Happy End,
hab ich’s Finale meist verpennt.

Zuweilen hab ich nix gecheckt
und plötzlich mitten drin gesteckt,
im infernalen Trauerspiel,
in dem ich auf die Nase fiel.
War heulend Hauptdarstellerin,a
ls absolute Dramaqueen.

Auch Thriller wurden aufgeführt,
denen Beachtung hier gebührt.
Ob bitterbös’, ob Parodie,
das Schicksal führte meist Regie.
Mal schlecht, mal gut, ich spielte mit,
es kam zu manchem bösen Schnitt.

Komödie, mein Lieblingsstück
!Hier lachte häufig pures Glück.
Doch hatt’ ich wieder Mist gemacht,
wurd’ gern auch über mich gelacht.
Ich hab es mit Humor genommen,
bin damit gut zurechtgekommen.

Mal war das Stück ein echter Flop,
zuweilen super, klasse, topp.
Mal großes Kino bei Sat 1,
dann wieder eigentlich nicht meins.
Hab auch aufs falsche Pferd gesetzt,
wurd’ mehr als einmal schwer verletzt.

Doch würde ich von vorne starten,
das Leben wieder neu erwarten,
so würde ich es gerade wollen,
so wie es war, in allen Rollen.
Eins auf die Nase, so als Clou
gehört (verdammt nochmal) dazu.

Inspiriert durch den großartigen Song „Blaues Auge“ von Udo Lindenberg


Traummann
(aber ohne Ton)

Jeder Blick ein kleiner Flirt,
du meinst, dass dir die Welt gehört.
Gesten wie aus Hollywood,
man sagt, du hättest blaues Blut.

Die Mähne wie dahingestellt,
sodass es gleich ins Auge fällt.
Dein Duft erfüllt den ganzen Raum,
du bist ein Kerl so wie ein Traum.

Der Blick sehr männlich und markant
wär' dir zum Nordpol nachgerannt.
Und in so mancher langen Nacht,
da hab’ ich nur an dich gedacht.

Ich wollte fast schon für dich sterben
und dir mein kleines Herz vererben.
Doch leider hab’ ich was gefragt.
Ach, hätt’st du besser nichts gesagt.

Ach, hätt’ ich dir den Ton gekappt.
So hat es nicht mit uns geklappt.
Du bist halt nicht der Hellste und
beim nächsten Date halt bloß den Mund.


Alles aus Liebe

Für Dich würd‘ ich vom Fünfer springen
und dabei Arien laut singen.
Dann elegant ins Wasser tauchen
und nachher einen Notarzt brauchen...

Ich könnt‘ mir`s Fahrradfahren beibringen
mich tapfer in den Sattel schwingen.
Dann gegen eine Mauer knallen
und schmerzhaft auf das Steißbein fallen.

Der Eiffelturm ist kein Problem
dort Schlittschuhlaufen schon extrem.
Doch würd‘ ich das glatt für Dich machen
und noch viel schwierigere Sachen.

Ich fing uns eine Wolke ein
ein weißes Schäfchen, noch ganz klein.
Damit umsegeln wir die Welt
und reisen so ganz ohne Geld.

Das alles täte ich Dir zur Liebe,
und hofft‘, dass diese ewig bliebe.
Doch glaub‘ ich, Du weißt ohnehin,
dass ich allein Dein Mädchen bin!


Er will sich wohl was Junges gönnen
Part I und II

Part I
Du argwöhnst, ahnst es schon seit Wochen.
Du rüstest jetzt gewaltig auf
und meinst, dann kommt er gleich gekrochen.
Wer kann sie sein? Du kommst nicht drauf.

Du hättest es dir denken können,
kaum bist du 40, schon ist Schicht.
Er will sich wohl was Junges gönnen.
Doch glaube mir, das ist es nicht.

Vergiss Diäten und Salate,
die militante Abnehmfront,
dein Busen braucht nicht Implantate.
Färb dir die Haare nicht zu blond.

Verzichte auf den Wonderbra.
Schau ihn nicht ständig lasziv an,
wälz dich nicht rum wie’n Pornostar,
weil er das gar nicht haben kann.

Er ist es leid stets mitzuhalten,
erst stylen, Disco, dann ins Bett.
Will nichts mehr hör'n von bösen Falten,
vom Shoppen, Soaps und Körperfett.

Du hättest es dir denken können.
Ach hättest du nur nachgedacht.
Er wollt sich nicht was Junges gönnen,
er ist ganz einfach aufgewacht.

Ich sag’s dir, du wirst mich jetzt hassen.
Dein Ego lässt das wohl nicht zu
Der Grund, weshalb er dich verlassen,
ist sehr viel älter noch als du.


Part II
Nun ist er weg, nach so langer Zeit,
hat sich von allem ‚Ballast’ befreit.
Behält das Haus und acht Zylinder,
du kriegst den Hund und auch die Kinder.

Er wollte was Jüngeres, jetzt hat er’s getan
und es lief alles nach seinem Plan.
Sowas hat’s immer schon gegeben.
So ist das Leben, voller Fallstricke eben.

D’rum schieße den Kerl doch auf den Mond,
sei froh, dass er jetzt bei ’ner Anderen wohnt.
Soll sie sich mit seinem Ego plagen,
auch bei ihr wird er sich wie ein Mistkerl betragen.

Bitte denke daran, das Leben geht weiter
und hinterher ist frau immer gescheiter.
Ich geb’ dir ’nen Rat (er ist nicht ganz ernst),
damit du in Zukunft genießen lernst:

Frauen sind link und Männer nicht treu,
Beziehungen scheitern, das ist nicht ganz neu.
Kinder sind undankbar, Hunde korrupt,
wie oft hat ein Freund sich als Feind schon entpuppt.

Aktienhandel - gefährlich, und wie,
doch Schuhe, mein Mädchen, enttäuschen dich nie.
Ihr ganzes Leben sind sie für dich da,
sie streiten sie nicht, bleiben immer ein Paar.

Sie gehen niemals alleine aus,
verlassen wenn möglich zusammen das Haus.
So bringen sie Glück auf leisen Sohlen,
du musst sie nur aus dem Schuhkarton holen.

Mach’s so wie ich, wenn ich frustig bin,
zieht’s mich zu Schuhverkäufern hin



Du sagst, du liebst mich

Du sagst du liebst mich,
auch wenn wir uns streiten
und anschweigen.

Wenn die Luft zwischen uns eisig wird.
Du sagst, dass es egal ist,
weil Liebe keine Grenzen kennt.
Und das nur wir allein bestimmen
was aus uns wird.
Dass das Schicksal nichts damit zu tun hat.

Ich weiß es, sehe es in deinem Blick.
Selbst wenn ich mich verliere,
wirst du mir helfen mich wiederzufinden.

Wenn ich wieder einmal zu viel frage
und keine Antworten da sind.
Wenn ich mich sinnlos abhetzte,
dann hältst du mich,
gibst mir die Zeit, die ich brauche.
Um mich zu finden.
In deinen Augen.
In deinem Lächeln.
Und auf einmal ist wieder alles leicht.
Weil du da bist.
Für mich.
Selbst wenn wir uns streiten
und anschweigen.


Denkomat

Mein vertrackter Denkomat!
Er hat sich in Betrieb gesetzt.
Wieder einmal.
Zur falschen Zeit.
Ganz von allein.
Dabei ist er nicht einmal mit anderen vernetzt,ist eine ganz eigenständige Denkmaschine und deshalb etwas merkwürdig,eben nicht eingenordet.
Kreuz und quer, sozusagen querbeet,stromert er herum ,findet Querverbindungen oder Verwirrungen.
Fragt nach dem Glück, was es kostet, wo es doch alles zu kaufen gibt. Bekomme ich es frei Haus geliefert, mit ‚Amazon prime’?Kann es umgetauscht werden, wenn es nicht die richtige Art von Glück ist?Wenn mich das bestellte Glück gar nicht glücklich macht, sondern sonderbar traurig.
Und das Lachen? Bekomme ich das echt geschenkt? Muss ich gar nicht dafür bezahlen? Kein Bisschen?Und wo kann ich es her bekommen?Habe bei Google nachgeschaut, aber keinen Anbieter für kostenloses Lachen gefunden .Und muss ich es letztendlich annehmen?Auch wenn es gar kein richtiges Lachen ist,sondern bloß ein aufgesetztes.

Und was ist mit Gott? Wenn ich an ihn glaube, glaubt er dann eigentlich auch an mich?Oder bin ich bloß so ein kleines Menschlein, das er übersieht,im großen Ganzen?

Und die Wünsche? Träumen wir sie uns herbei? Sind es dann Wunschträume? Oder schwirren sie einfach so um uns herum?Ein Fingerschnippen,zack - ist der Wunsch da, quasi aus der Luft gegriffen. Und welche Sorte von Wunsch wird letztendlich Wirklichkeit?Der Wunschtraum oder der aus dem Luftraum? Wünsche ich manchmal nicht genug? Weil - bin ja nie ganz wunschlos.

Und wir beide? Sind wir einzigartig unschlagbar oder unschlagbar und einzigartig erst zu zweit?Sind wir das, was uns zusammenhält? Drehen wir uns um unsere Welt? Oder dreht sich die Welt um uns?Sind wir erst richtig sichtbar,weil wir uns Aufmerksamkeit schenken?Uns gegenseitig beim Leben zuschaue nund wichtig finden?
Vielleicht versuche ich den Denkomaten für ein paar Minuten abzuschalten. Bevor er heiß läuft. Vielleicht versuche ich die Welt sich einfach drehen zu lassen.Zu kapieren, dass sie das sowieso tut. Vielleicht versuche ich die Dinge einfach so stehen zu lassen.
Wie sie eben sind. Vielleicht lehne ich mich an dich, lasse mich festhalten, bin gar nicht so cool wie es gern wäre.
Bestimmt gibt der vertrackte Denkomat dann Ruhe.

Hoffnung

Und wieder eine kurze Nacht
.Bist ganz erschlagen aufgewacht.
Gedanken kreisen, Kopf ist voll,
du weiß nicht, was du denken sollst.
Der nächste Tag, das einz‘ge Ziel,
ihn zu erreichen fast zu viel.
Das Leben hat ‘ne Eisenfaust,
die unbarmherzig niedersaust.

Es macht den Träumen den Garaus.
Und trotzdem gehst du geradeaus.
Ein blaues Auge? Brille auf!
Die Hoffnung ist im Ausverkauf.
Du musst es stemmen. Ja, das stimmt.
Du schluckst Wasser, doch du schwimmst.
Bau dir ein Bollwerk aus Geduld,
mit Fantasie als Katapult.

Und Segel in den Gegenwind.
Gib niemals auf, mein liebes Kind.
Auch wenn du stolperst oder fällst,
an den Problemen fast zerschellst
und meinst, es kann nicht weiter gehen,
bemüh‘ dich einfach aufzustehen.
Denn in der Dunkelheit verborgen,
gibt es doch immer noch ein Morgen.


Schicksalhafte Begegnung

Ich habe lang’ auf dich gewartet,
jetzt stehst du einfach so vor mir.
Bin mit so manchem Mann gestartet,
doch keiner glich dem Bild dir.

Nun schlägt der Blitz direkt vom Himmel,
bin wie vom Donnerschlag gerührt.
Mein Ritter mit dem weißen Schimmel,
der mich im Hier und Jetzt entführt.

Du lächelst, scheinst mich zu erkennen,
bist ganz gebannt von meinem Blick.
Wie sollten wir uns jetzt noch trennen,
für dich und mich gibt’s kein Zurück.

Es lässt sich kaum noch kontrollieren,
der Liebe kann man nicht entgehen.
Naturgewalten, die passieren,
kann nichts und niemand widerstehen.

Doch was, wenn ich mich heute irrte?
Wenn du mein Traumtyp gar nicht bist?
Wenn mich ein Trugbild  bös’ verwirrte,
es anders scheint, als es wohl ist?

Der Augenblick, er ist vergangen.
Wir halten unseren Blick im Zaum.
Ein bisschen bist auch du befangen.
Es war halt nur ein schöner Traum.


Buch des Lebens

Wir schreiben unsere Geschichte
jeden Tag aus Neue.
Skizzieren unsere Zukunft,
sind allein verantwortlich.
Wie soll sie aussehen, diese Zukunft?
Einsam oder gemeinsam?
Loslassen oder festhalten?
Hoffnungslos oder voller Zuversicht?
Lebenslast oder Lebenslust
?Es liegt bei uns.


Unsinn

Mein Liebster, komm her,
nimm mich in den Arm.
Das fühlt sich noch gut an,
so sicher und warm.

Ich möchte’ dir was sagen,
weiß nicht, was du meinst,
hast du’s denn gemerkt?
Es ist nicht mehr wie einst.

Der Rausch ist vergangen,
vom Alltag geklaut.
Wir kennen uns gut,
sind uns sehr vertraut.

Und wenn wir jetzt tuen,
als wär’s das erste Mal?
Ein Date, so ganz heimlich,
bar jeder Moral.

Wir treffen uns abendsi
n einem Hotel,
und lieben uns gierig,

denn bald wird es hell.
Umarmung im Dunkel,
die sich verboten anfühlt.
Der Rausch einer Nacht,
die uns beide aufwühlt.

Nicht denken, nur fühlen,
Vertrautheit vergessen,
Gewohnheit passé,
Abenteuer stattdessen.

Du lächelst, du küsst mich,
dass ich atemlos bin.
Was wollt’ ich nur sagen?
Das war wohl Unsinn ...


Wie sehr liebst du mich

„Wie sehr liebst du mich?“, frage ich.
„Sehr“, sagst du.„Wie sehr?“
„Na eben riesig sehr.“„
So sehr wie einmal um den Äquator?“„
Mindestens.“„Aber was ist, wenn du einmal rund bist?“
Du lächelst. „Dann nehme ich dich bei der Hand
und wir fliegen zusammen zu den Sternen, in die Unendlichkeit.“


...da begann mein Herz zu wispern

Als ich gestern Nacht
die Dunkelheit atmete und die Stille erlauschte,
da begann mein Herz zu wispern
und zu flüstern.
Es erzählte von dir:
Von deinen  Augen
wie sie lächeln
und es zum Strahlen bringen.
Von deinen Händen,
die es wärmen
und in Liebe hüllen.
Von Deinen Lippen,
die es mit Küssen überschütten.
Da konnte ich mein Herz nicht mehr festhalten.
Es erhob sichund schwebte sanft zu Dir.


Bretagne - meine große Liebe

Raue Küste
und doch lieblich.
Das Meer,so unbeschreiblich blau.
Weiße Segel in der Ferne.
Strahlender Sand,
umgeben von rotem Granit.

Eintauchen in das azurblaue Nass.
Eiseskälte presst die Luft aus den Lungen.
Nur ein Moment,dann ist es herrlich.
Schwimmen in die Unendlichkeit.

Später liegen wir auf sonnendurchglühten Felsen.
Körper an Körper.
Unsere Hände finden sich.
Glücktreibt mir die Tränen in die Augen.I
ch will diesen Momentmit dirfür immer bewahren.


Ewige Momente

Mein Liebster
Als wir uns zum ersten Mal trafen
wünschte ich mir,
dass ein Moment mit Dir ewig dauern würde.
Die Zeit hat mich gelehrt,
dass es die Vergänglichkeit ist,
die besondere Augenblicke schafft.
Nun wünsche ich mir keine Ewigkeit mehr.
Ich möchte tausend einzelne Momente.
Denn jeder ist eine kleine Ewigkeit für sich.
Jedoch so flüchtig,
dass ich ihn festhalten
und für immer in meinem Herzen tragen werde.


Mein letzter Wille

In Erwartung des Momentes,
den man Gott sei Dank nicht kennt,
sitze ich vor leeren Blättern
schreib’ ein Wort nur: Testament.

Dieses ist mein letzter Wille,
trotzdem weiß ich ganz gewiss,
dass der Wunsch, den ich hier aufschreib’
nicht mein allerletzter ist.

Kommt es doch zum Fall der Fälle
wäre dies’ Papier bereit.
Würd’ mich leise seufzend fügen,
doch es tät mir richtig leid!

Was an ird’schen Gütern mein ist,
Klüngelkram und Hund und Haus,
das vererb’ ich dir, mein Liebster,
denn du machst das Beste draus.

Und erscheinen dir die Räume
plötzlich viel zu kahl und leer,
kehre alle dem den Rücken
denn wir brauchen es nicht mehr.

Lebe weiter unsere Träume,
sie sind bei dir in guter Hand.
Du, den ich so sehr geliebt hab’,
wie ich es nun mal verstand.

Meine Verse und Geschichten
sind und waren immer dein.
Mach mit ihnen was du möchtest,
das wird dann schon richtig sein.

Ich danke dir für deine Liebe,
für die Treue ohnehin.I
ch weiß, dass du mich mehr geliebt hast,
als ich es vielleicht verdien’.

Warst Vertrauter und Geliebter,
Freund und Kumpel beides gleich,
gabst mir Sicherheit und Wärme.
Durch dich war mein Leben reich.

Ach, da fällt mir auf die Schnelle
Noch was Wichtiges grad’ ein:
In den Tiefen unseres Kellers
schlummert mancher gute Wein.

Den vermach’ ich euch, ihr Freunde,
die ihr ihn zu schätzen wisst.
Leert die Flaschen auf mein Leben,
das ja nun zu Ende ist.

Gerne schau ich von dort oben (oder unten ;o) ).
Eure Freude ist mein Trost.
Ich hätt’ gerne mitgetrunken,
leider wird’s nix - na dann ‚Prost’.

So, mein Nachlass ist geregelt,
klaren Kopfes, ohne Hast.
Was ich immer sagen wollte
hab ich nun ins Wort gefasst.

Dieses ist mein letzter Wille
,trotzdem weiß ich ganz gewiss,
dass der Wunsch, den ich hier aufschreib’
nicht mein allerletzter ist.

Wär er es doch, so will ich frei sein.
Asche, die das Meer aufnimmt.
Und im nächsten, neuen Leben
finden wir uns ganz bestimmt.


Jeden Abend

Jeden Abend,
wenn die Sonne untergeht,
breche ich noch schnell
einen Sonnenstrahl ab.
So finde ich in der Nacht
den Weg zu dir
und wir lieben uns
auf samtenen Laken.

Irgendwann,
wenn sie alle abgebrochen sind,
fällt vielleicht der Himmel herunter.
Dann können wir uns in die Wolken kuscheln
und uns lieben.


Schlaflos

Kann nicht einschlafen ohne dich.
Gedanken wandern auf leisen Sohlen durch die Nacht.
Kann dich nicht festhalten.
Fließendes Wasser kann man nicht greifen.
Es umschmeichelt, und entzieht sich gleichermaßen.
Ist nur so ein Gedanke, den die Nacht bringt,
die mit sanfter Schwermut
die Grenzen zwischen Vorstellung und Realität verschwimmen lässt.


It’s your world now
Hommage an Glenn Frey

Der Tag war vollkommen,
nun dämmert es schon.
Sanft streichelt der Wind,
doch die Zeit läuft davon.

Verflogen der Traum,
den wir beide durchlebt.
Den die samtene Nacht
nun für immer begräbt.

Noch ein Tanz und jetzt küss mich,
noch ein letztes Glas Wein.
Halt mich fest, wenn ich falle,
lass mich nur nicht allein.

Obwohl ich dich loslass’,
bin ich trotzdem bei dir.
Unsere Liebe stirb niemals,
es gibt immer ein ‚wir’.

Wäre alles auf Anfang,
würd ich es wieder tun.
Doch jetzt muss ich gehen,
es ist deine Welt nun.

Mein Rennen beendet,
halt die Tränen zurück.
Sag einfach ‚see you’
und wünsche dir Glück.

Eine letzte Verbeugung,
der Vorhang, er fällt.
Es soll wohl so sein-
nun ist’s deine Welt.

Angeregt durch den Song "It's Your World Now"von den Eagles


Magie

Es gibt sie,
die Magie,
die mit ihrer Zauberkraf
tundmit ihrem Licht,
die gemeinsamen Räume erhellt.
Es gibt sie,
die Liebe,
die glücklich macht
und eine Botschaft ist
zwischen den Zeilen.
Es gibt sie,
die Zuversicht,
geboren aus Vertrauen,
das man empfindet,
wenn man liebt.


Kindsein

Einst
sagtest du
ich wäre wie ein Kind,
weil ich an die Liebe glaubte.
Nun sagst dui
ch wäre erwachsen geworden.

Doch wünsche Ich mir
das Kindsein zurück.


Besitzlos glücklich

Wir müssen nichts besitzen,
wir haben doch ganz viel.
Selbst wenn ich dich nicht sehe
bist du bei mir
und ich bin bei dir.

Und wenn wir eines Tages richtig alt sind,
so richtig alt und klapperig,
meine ich,
dann stützen wir uns eben gegenseitig.

Und wenn dir deine Welt zur Last wird,
so trage ich sie für dich.
So wie du es für mich tun würdest.


Gelöschter Kontakt

Hab’ meine Kraft verbraucht,
bei dem Gedanken dich zu hassen.
Mich so gequält bei dem Versuch
dich loszulassen.

Hab’ den Kontakt gelöscht,
und dich gerad’ weggedrückt.
Hab’ im sozialen Netzwerk‚
gefällt mir nicht’ geklickt.

Dein Foto nervte mich,
ich hab’snun  zerrissen
und den nicht abgeholten Krempel
ganz kurzentschlossen weggeschmissen.

Ich kann auch wieder schlafen,
hab die Erinnerungen weggesperrt.
Und meine dunkeln Nächte
sind fast schon wieder unbeschwert.

Die Narben, die zurückgeblieben,
ich hab’ sie super überschminkt.
Und was noch von mir übrig blieb,
ist wieder neu mit mir verlinkt.

Ich bin zurück auf Los,
bereit noch einmal abzuheben.
Doch irgendwo in meinem Herzen,
wird es dich für mich immer geben.


In die Tonne mit euch Büchern

In die Tonne mit euch Büchern,
ihr seid lang nicht mehr in.
Bewahrte euch bisher nur weil ich
so wie ihr von gestern bin.

Als Wälzer dick und deutsch und staubig
steht ihr hier im Buchregal.
Niemand will euch hier noch haben
und stemmt euch voller Muskelqual.

Computer, Paperbacks und E-Books,
das ist nunmehr up to date.
Außer Nerds gibt es kaum einen,
der auf eure Werte steht.

Karl von Moor ist jetzt ein Killer,
Johanna keine Jungfrau mehr.
Du würdest staunen Freddy Schiller
und tätest dich wohl damit schwer.

Götz flucht, säuft in Dortmunds Ecken.
Niemand denkt an Sturm und Drang.O
der an den alten Recken,
das Drama ist nicht von Belang.

Auch Werther ersäuft seine Nöte.
Mephisto - offener Vollzug.
Du könntest staunen, Wolle Goetheu
nd würdest aus daraus nicht mehr klug.

Loreley, die schöne Nymphe,
hat sich anders orientiert.
Macht Reklame jetzt für Strümpfe,
statt dass sie Fischersleut’ verwirrt.

Ihr Felsen ist ein Haufen Steine,
für Festivals ist er bekannt.
Du würdest staunen, Henry Heine
und fühltest dich vielleicht verkannt.

Doch ich bin sowieso von gestern.
Behalte meinen Bücherschatz.
Kann ihn zur Not noch manchmal stemmen,
statt der Hantel - als Ersatz.


Nichts mehr erklären

Ich wollte nichts mehr erklären,
mich niemandem mehr erzählen. V
ielleicht ist die Zahl der Vertrauten endlich,
vielleicht deshalb.
Du hast Geduld gebraucht,
bis ich dich in mich blicken ließ.
Hinter der Fassade,
nicht immer fröhlich,
auch nicht immer stark.
Du schriebst Stille unter meine Haut
Ruhe, Frieden und angekommen sein.


Diashow

Bilder ziehen vorbei,
Diashow des gemeinsamen Lebens.
Lass sie uns anhalten,
sage ich,
verweilen in unserem Sommer,
wieder Glück zwischen den Sandbänken spüren.
Nur Sätze sagen,die wir so meinen.
Du nickst,schenkst mir dein Lächeln.
Gestern hat es geregnet,
vielleicht scheint morgen die Sonne.


Gedankenkreisel

Gibt es verschiedene Arten von Liebe?
Welcher Art ist wohl die meinige?

Wäre es eine trotz - Liebe,
so liebte ich dich
trotz allem.

Oder

eine eben - Liebe,
ich liebte dich,
weil du eben du bist.

Doch

wäre es eine Liebe - weil,
so liebte ich dich,
weil ich dich liebe.


Es gibt keine Garantien

Hoch gekommen, tief gefallen,
viel zu oft zum Depp gemacht.
Haben niemals aufgegeben,
jeden Kummer weggelacht.

Haben uns in jeder Krise
einander schützend aufgestellt.
Gingen Hand in Hand gemeinsam
über manches Minenfeld.

Leben, lieben und wir streiten,
wissen, wo der Kummer wohnt.
Tragen Narben, die uns sagen,
dass das Kämpfen meistens lohnt.

Es gibt keine Garantien,
auf den nächsten Tag mit dir,
doch wenn du es wirklich möchtest,
sollst du wissen, ich bin hier.



Sommerheld
Damals, nach dem Abschluss,
nachts vor unserem Haus,
hast du mich verlassen.
Gesagt, du musst hier raus.

Raus aus unserer Straße,
weg aus dieser Stadt,
die für solche Helden
nichts zu bieten hat.

Augen groß und leuchtend,
alles an dir schreit.
Hier bei mir zu bleiben
keine Möglichkeit.

Zum letzten Mal wir beide.
Eine lange Nacht.
Morgens voller Kummer
an die Bahn gebracht.

Viele Sommer später
nachts, in unserer Stadt.
War es nur dein Schatten,
der dich verraten hat?

Verkniff mir alle Fragen,
war einfach für dich da.
Sah, dass deine Freiheit,
nicht gut für Helden war.

Damals ahnte keiner
Wie schnell die Zeit vergeht.
Vieles, was zu früh war,
ist heute schon zu spät.

Sie war für dich zu riesig,
die große, weite Welt.
Doch für viele Sommer,
warst du allein mein Held.


Ein Jeglicher

Ein Jeglicher ist seine eigene Art,
kann aus keinem anderen Stoff beschaffen sein
als aus sich selbst.
Egal ob Millionär oder Hühnerdieb,
Hollywoodstar oder Laiendarsteller,
Partyluder oder Mauerblümchen.
In Jeglicher lebt sein eigenes Glück,
hat seine eigenen Dämonen
in seiner Dunkelheit um sich.
So ist ein Jeglicher für sich
der Klügste und Dümmste,
der Rechtschaffenste und Gerissenste,
der Einsamste und irgendwann der Toteste.
Ein Jeglicher dreht sich
In seinem eigenen Kosmos
Um sich selbst.


Angekommen

Auf schnurgeraden Straßen,
die sich wie glänzende Flüsse vor uns erstrecken
sind wir in den Morgen gefahren.
Begleitet von endlos aufgereihten Strommasten,
die surrende Leitungen tragen,
quer über den Kontinent.

Vorbei an grellen Städten.
Gleißende Lichter wollen verlocken.
Dann durch verschlafene Orte.
Die Zeit scheint still zu steht.

Du lächelst, genießt die Fahrt.
Wann habe ich dich zuletzt so entspannt gesehen?Raus aus dem Gedankenkreisel.
Wir haben Zeit, wir haben uns.
Das ist Freiheit pur.

Die ersten hellen Häuser am Horizont.
Dies ist die letzte Etappe, unser Ziel.
Wir stehen hoch oben, schauen ins Blau.
Die Bucht erstreckt sich bis in die Unendlichkeit.
Wie klein die Schiffe sind.
Ich lächele, genieße den Augenblick,
spüre den Wind in meinem Haar.
Dies ist ein Tag, der uns für immer bleibt.

‚Ich liebe diese Stadt’, flüstere ich.
Du legst den Arm um mich.
San Francisco und wir - Lass uns einfach hier bleiben.


Insel im Wind

Sonnenglitzern auf rauer See.
Das Gefühl von Ewigkeit zum Greifen nah.
Ich verweile, atme Ruhe und Gelassenheit.
Schaue dem wilden Spiel der Wellen zu.
Der Himmel so blau und weit.
Unendlichkeit dort, wo er die See küsst.

Möwen lassen sich tragen vom allgegenwärtigen Wind.
Stoßen unvermittelt herab, immer auf der Jagd,
begierig, niemals satt.
Ungezähmt, leidenschaftlich ihr Lied.
Es erzählt von unendlicher Freiheit.


Und wenn ich gehen muss ...

Und wenn ich gehen muss,
warum sollte ich dann trauern?
Ich fand mein zweites Ich.

Und wenn ich dich allein lassen muss,
warum sollte ich dann trauern?
Ich habe gelebt.

Trauern würde ich,
wenn wir uns nie begegnet wären.
Dann hätte ich nicht gewusst,
was Leben bedeutet.

Zusammen sind wir unschlagbar.
Ganz besondere Superhelden.
Du für mich.
Ich für dich.

Und wenn ich gehen muss,
dann träume ich mich für immer zu dir.
Und wenn ich dich verlassen muss,
dann träumst du dich für immer zu mir.

So bleiben wir zusammen,
geben uns niemals auf.
Wir beide, mein Liebster,
werden immer geborgen sein.


Die Unruh’ in der Seele

Regendunkler Himmel,
erstickt das Sommerblau.
Gedanken wie im Treibsand,
Gefühle flau und grau.

Bin wieder ein Jahr älter.
Und weiser? Kommt drauf an.
Doch wenn ich es auch wollte,
ich ändert’ nichts daran.

Nun ja, man wird gelassen
,demütiger sogar.
Die lange Lebensstrecke
ist heilsam offenbar.

Ja, eigentlich läuft’s super,
man sollte dankbar sein.
Fällt nur in Härtefällen
noch auf sich selbst herein.

Das Jahr, es war in Ordnung,
geordnet, strukturiert.
Vielleicht liegt es auch daran,
dass es mich stark verwirrt.

Es gibt sie noch, die Unruh.
Sie lebt in mir, ganz klar.
Nach all den vielen Jahren,
ist’s schön und sonderbar.

Bin noch nicht angekommen,
bin zwischen Start und Ziel.
Will leben und erleben
und davon möglichst viel.

Nach all den Lebensjahren,
die Unruh’ im Gemüt.
Das Feuer lodert weiter,
ist lang noch nicht verglüht.

So lass dich mit mir treiben,
wer weiß, wohin es geht.
Für’s Lebensabenteuer
Ist es doch nie zu spät.